Belagerung


Belagerung
Be|la|ge|rung 〈f. 20das Belagern ● die \Belagerung einer Stadt aufheben

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Be|la|ge|rung, die; -, -en:
1. das Belagertwerden; das Belagern (a).
2. <o. Pl.> (ugs.) das Belagertwerden; das Belagern (b).

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Belagerung,
 
planmäßige kriegerische Unternehmung mit dem Ziel, eine Befestigung oder einen von gegnerischen Truppen besetzten Ort zu erobern; vom Altertum bis zum 19. Jahrhundert vielfach angewendetes Mittel der Kriegführung. Die Belagerungstechnik (Bau von Belagerungsgeräten, Durchführung einer Belagerung) als wichtiges Element der Kriegskunst war besonders im Altertum bei den Römern und in der Neuzeit in West- und Mitteleuropa hoch entwickelt.
 
Eine Belagerung begann in der Regel mit der Einschließung der betroffenen Befestigung durch die Belagerungstruppe. Um die völlige Abschließung der Befestigung von außen zu gewährleisten, wurde von der Belagerungstruppe meist eine doppelte Feldbefestigungslinie angelegt. In vielen Fällen reichte dies in Verbindung mit kontinuierlicher Beschießung und begrenzten Angriffen aus, um die vom Nachschub abgeschnittene Befestigung innerhalb von Wochen, Monaten oder Jahren auszuhungern und schließlich zur Übergabe zu zwingen. Sollte die Befestigung rasch eingenommen werden, musste Belagerungsgerät in großem Umfang eingesetzt werden. Die Befestigung wurde in diesem Fall durch systematische Beschießung (bis zum Mittelalter v. a. mit Wurfmaschinen, später mit schwerer Artillerie) und Einsatz besonderer Sturmgeräte (z. B. Mauerbrecher) sturmreif gemacht und anschließend im Angriff durch die in die Verteidigungsanlagen geschlagenen Breschen genommen.
 
Oft scheiterte jedoch eine Belagerung, da der Kräfteansatz zu gering war und die belagerte Befestigung die Verbindung nach außen aufrechterhalten oder durch Ausfall der Besatzung die Belagerer vertreiben konnte. Vielfach konnten auch die für eine Belagerung benötigten Truppen nicht über einen längeren Zeitraum ausreichend versorgt werden und mussten abgezogen oder aufgelöst werden. Auch wurden häufig die Belagerer durch das Anrücken überlegener Entsatztruppen oder deren Angriff zum Abbruch einer Belagerung gezwungen.
 
Das v. a. durch die Entwicklung der Waffentechnik (Panzer, Flugzeuge u. a.) veränderte Kriegsbild des 20. Jahrhunderts (Bewegungskrieg; geringe Bedeutung von Befestigungen) hat die Kampfform der Belagerung weitgehend überflüssig gemacht.

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Be|la|ge|rung, die; -, -en: 1. das Belagern (a): Dies war die Festung, die im großen Kriege die vier berühmten -en ausgehalten hatte (B. Frank, Tage 113). 2. <o. Pl.> (ugs.) das Belagern (b).

Universal-Lexikon. 2012.


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